... ein neues Buch des Heimatforschers Herbert Schmitz Haarzopfer Geschichten

Adelssitz HAUS STEIN und seine Höfe

Anschaulich, gut lesbar und sehr lebendig schildert Herbert Schmitz die Geschichte des alten Werdener Dienstmannlehen HAUS STEIN und seiner Besitzungen in Haarzopf, auf dem Territorium der Unterherrschaft (Mülheim-) Broich. 1343 beginnt dieses Geschehen mit dem Hof uppen Steine. Er war im Besitz des alteingesessenen und einflussreichen abteilichen Adelsgeschlechtes der Luttelnauer (Hauptwohnsitz war Burg Luttelnau, an die als Rest der Kattenturm bei Kettwig erinnert), führt über die nachfolgenden Familien von Uhlenbroich und von der Hove zu Oberhaus und schließlich zu Caspar von der Lipperheide zum Stein. Dieser bringt es bis zum Drost und Hofmeister seines Landesherren, des Grafen von Broich. Mit diesem Amt ausgestattet schafft er auch neue Strukturen für Haus Stein. Er erhält für “geleistete treue Dienste” erste adelige Freiheiten, mit dem Recht, seinen Besitz Stein in Ansehung hitziger gefehrlicher Kriegsempörung und sorgsamer Zeit zu seiner besten Versicherung auszubauen. Das bedeutete eine Erweiterung der Gebäude, Verstärkung der Mauern und Verbreiterung der Wassergräben. HAUS STEIN erhält ein “adeliges  Gesicht”.

Nachfolgender Besitzer ist ab 1655 der “Kriegsgewinnler” und “Römisch-Kayserlicher Majestät Generalwachtmeister und Obrister” Hans Johann Jacob Freiherr von Felberg mit seiner “vollen Kriegsschatulle”. Er ist dadurch wohlhabend und zahlungskräftig gegenüber seinem Landesherren und kann sich für eine gewisse Summe Geldes (1000 Reichstaler).die.notwendigen.Rechte besorgen, die seinem Wohnsitz HAUS STEIN endlich den Status eines freiadeligen Rittersitz verschaffen.- Nach ihm erwirbt 1674 Franz Maximilian von Holling, ein Styrumer Amtmann , den Besitz. Er ist durch die ruinösen Kriegszerstörungen verlassen und totalitär verfallen. Also wird wieder aufgebaut und erweitert. Dabei entsteht auch eine familieneigene Begräbniskapelle. Ein umfangreiches Hausbuch, in französisch und deutsch verfasst, wird ebenfalls angelegt, wodurch sich die weitere Entwicklung gut verfolgen lässt. Noch heute existiert dieses heimatkundlich wichtige Buch. Es wird im Hauptstaatsarchiv NRW aufbewahrt, ist 219 Seiten stark, in gebräuntem Pergament gebunden und in einem sehr brüchigen Zustand. Einleitend schreibt von Holling, dass er am 1. Mai 1695 Wappen der Adelsfamilie von Holling dieses Buch zu schreiben angefangen habe: Immer zu Gottes Ehre und ...auch zur Nachricht meiner nachkommen.